Kompass Nierenkrebs
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Diagnose

Liegt ein erster Verdacht auf einen Tumor vor, folgen verschiedene Untersuchungen. Zunächst erfragt der Arzt bestehende Beschwerden, Vorerkrankungen, eventuelle Risikofaktoren sowie Erkrankungen innerhalb der Familie – dies wird als Anamnese bezeichnet.1

Ein weiterer Baustein zur Diagnose ist die Laboruntersuchung von Blut und Urin. Zum Beispiel können Blutarmut oder ein erhöhter Kalziumgehalt im Blut Hinweise auf einen Nierentumor geben. Zusätzlich wird untersucht, ob Blut im Urin enthalten ist.1,2

Nach Anamnese und Analyse von Blut und Urin folgen weitere Untersuchungen, die Bilder vom Körperinneren erzeugen, so genannte bildgebende Verfahren. Zunächst wird ein Ultraschall (Sonografie) angewandt. Damit kann der Arzt Veränderungen an der Niere feststellen und in den meisten Fällen auch unterscheiden, ob es sich um eine gutartige Zyste oder einen Tumor handelt.

Blutabnahme_Diagnose

Als Ergänzung zur Ultraschalluntersuchung wird häufig zusätzlich eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Bauchraumes durchgeführt. Dadurch können die Größe und die Ausbreitung des Tumors erfasst werden.1,2

Patient_CT_Verfahren

Verfahren

Bildgebende Verfahren sind Untersuchungsmethoden wie zum Beispiel Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).3

Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) wird bei Verdacht auf eine Erkrankung der Niere routinemäßig zuerst durchgeführt. Dabei wird durch Schallwellen ein Bild des Körperinneren erzeugt. Wird während der Ultraschalluntersuchung eine Veränderung an der Niere festgestellt, folgt in den meisten Fällen eine Computertomographie (CT) oder manchmal auch eine Magnetresonanztomographie (MRT).

Die CT ist ein Röntgenverfahren, bei dem der Körper aus allen Richtungen mit Röntgenstrahlen durchleuchtet wird.
Es werden Knochen und Gewebe sichtbar. Zusätzlich können durch den Einsatz von Kontrastmitteln, Details besser verdeutlicht werden.3

Anstatt Röntgenstrahlen nutzt eine MRT Magnetfelder und Radiowellen. Ein Computer verarbeitet die Signale dann zu Bildern. Auch für diese Untersuchung wird ein Kontrastmittel verabreicht. Welche Untersuchung zum Einsatz kommt, entscheidet der behandelnde Arzt.

Patient_Arzt_Zweitmeinung

Zweitmeinung

Bei einer schwerwiegenden Erkrankung wie Krebs kann die Arztwahl entscheidend sein. Neben einer guten Vertrauensbasis ist das Fachwissen zum Nierenkrebs und die Erfahrung des Arztes wichtig. Außerdem zeichnet einen erfahrenen Mediziner nicht nur Engagement, sondern auch eine gute Vernetzung mit Ärzten anderer Fachrichtungen aus.

Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung in spezialisierten Zentren. Dort finden sogenannte „Tumorkonferenzen“ statt, an der Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen teilnehmen. Sie diskutieren im Rahmen solcher Konferenzen Untersuchungsergebnisse, besprechen die individuellen Bedürfnisse des Erkrankten und lassen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnissen einfließen, um einen Behandlungsplan zu erstellen.4

Bei Unsicherheiten zur Diagnose, einer neuen Therapie oder einer möglichen Studienteilnahme kann eine zweite ärztliche Meinung sinnvoll sein. In Deutschland besteht seit 2015 das Recht auf eine medizinische Zweitmeinung.5 Wichtig: eine Zweitmeinung sollte immer vor einer Behandlung eingeholt werden.4

Weiterführende Informationen

Quellen
1
AWMF 2017. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms
2
Yiallouros, M. 2015. Nierenkrebs, Nierenzellkarzinom – Diagnose. Verfügbar unter: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/nierenkrebs/diagnose.html
3
Zigeuner, R. et al., 2016. Nierenparaenchymtumoren. In: M.S. Michel et al., (Herausgeber): Die Urologie. S. 327-346. Heidelberg: Springer.
4
Menzel, S. 2015. Ärztliche Zweitmeinung – Mehr Sicherheit für schwierige Entscheidungen. Verfügbar unter: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/leben-mit-krebs/beratung-und-hilfe/aerztliche-zweitmeinung.html
5
Bundesgesetzblatt 2015. Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Versorgungsstärkungsgesetz – GKV-VSG)